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Braille und unsere Beschilderung an der Ruhr-Universität

Am 27.08.2020 haben wir von Blinc zusammen mit einigen anderen Enactees (Vereinsmitglieder von Enactus) in Kooperation mit dem Gebäudedezernat an der RUB erfolgreich ein gesamtes Lehr-Gebäude mit Braille an den Türschildern beschriftet und somit eine wichtige Orientierungshilfe für sehbehinderte Studierende, Dozierende und Gäste geschaffen und somit zu deren Eigenständigkeit beigetragen.

Eine junge Frau mit enactus RUB T-Shirt, die eine Braille Beschriftung an einem Raum der RUB anbringt.
Die Bilder dürfen nur im Kontext der Ruhr-Universität Bochum (RUB) unter Angabe des Copyrights © RUB, Kramer verwendet werden, zum Beispiel für Webseiten der RUB sowie für Texte oder Webseiten, die sich speziell mit Ereignissen an der RUB oder Leistungen von RUB-Mitgliedern beschäftigen. Die Bilder dürfen nicht in Kontexten verwendet werden, in denen die RUB nur stellvertretend für Hochschulen im Allgemeinen steht.

Was ist Braille?

Braille (gesprochen „Brei“) ist eine Blindenschrift, bestehend aus sechs Feldern im 2×3-Format, mit dem 64 verschiedene Zeichen gesetzt werden können. Dabei gibt es sogar Sonderzeichen für Noten, chemische Formeln oder gar Strickmuster. Ursprünglich stammt sie von Louis Braille, einem französischen Lehrer und Erfinder (*04.01.1809, t 06.01.1852), der leider bereits im Alter von 43 an Tuberkulose verstarb. In seinem vierten Lebensjahr verlor er durch einen Unfall in der väterlichen Sattler-Werkstatt nach und nach seine Sehkraft und erblindete zwei Jahre später vollständig. Sein ganzes Leben kämpfte Louis Braille für die offizielle Anerkennung seiner aus der Not entstandenen Schrift, 1825 entwickelt aus einer Art Geheimcode der französischen Armee, erreichte sie jedoch erst zwei Jahre vor seinem Tod. Seitdem wird sie weltweit in Blindenschulen gelehrt. Übersetzen Sie doch selbst einmal ein paar Worte in Braille:

Hier geht’s zu einem Braille Text Übersetzer

Eine Hand, die gerade Braille liest.

Alternativen zu Braille

Neben Braille, der sogenannten Punktschrift, gibt es auch eine weit weniger verbreitete Reliefschrift, entwickelt durch den Franzosen Valentin Haüy (*13.11.1745, t 19.03.1822), der als Erster Blindenschulen für Jugendliche gründete. Die Reliefschrift setzte sich jedoch nicht durch, da sie sich für flüssiges Lesen als viel zu kompliziert herausstellte. Dennoch machte Haüy Bekanntschaft mit einem späteren Lehrer Brailles und beeinflusste ihn somit indirekt. Es existieren noch weit mehr als diese beiden Blindenschriften, doch keine von ihnen ist so populär geworden wie Braille.

Barrierefreiheit an der RUB

Neben ab sofort existierender Blindenbeschriftung in zumindest einem Teil der Gebäude, gibt es außerdem sogenannte Nachteilsausgleiche für sehbehinderte Studierende wie bspw. zusätzliches BAFöG, besondere Beratungsangebote der BZI (Beratungsstelle für Inklusion) und Digitalisierung zwecks Sprachausgabe von Lehrmaterial. In einem weiteren Blog werden wir genauer auf das Studium mit Behinderung eingehen.

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